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Stellungnahme November 2015

Am 24. März dieses Jahres wurde die seit Jahren auf Eis gelegte Staatsreform im öffentlichen Dienst in der Abgeordnetenkammer verabschiedet.

Trotz der (seit 2001) formulierten Versprechungen seitens der Regierung und der Politik, die ungerechten und falschen Einstufungen in den Gehältertabellen beim Staat zu korrigieren, wurde am 24. März eine Reform verabschiedet, die unter den Erziehern und Sozialpädagogen ausgerechnet diejenigen, die seit Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten im Beruf tätig sind, diskriminiert. So gehen zum Beispiel Sozialpädagogen mit 20 jähriger Berufserfahrung, die in einer sogenannten Transitionsphase einklassiert worden sind, fast leer aus. Eine geringfügige Anpassung steht dabei im Gegensatz zu einer Aufstockung von 30%, die einer rechtmäßigen Einklassierung der Berufslaufbahn entsprochen hätte. 

Die APEG (Berufsverband der Sozialpädagogen) und die APEL (Berufsverband der Erzieher) unterstützen und beteiligen sich an den Anwaltskosten derjenigen Erzieher und Sozialpädagogen, welche diese Sachlage juristisch anfechten wollen.

SAS KOLLEKTIVVERTRAG:

Neue Verhandlungen im Rahmen des SAS Kollektivvertrags stehen unmittelbar in den Startlöchern. Vertreter der Regierung, Patronat, Lcgb und Ogbl werden diesen beiwohnen.
Wir fordern alle Verhandlungsakteure dazu auf, den Forderungen der Erzieher und Sozialpädagogen gerecht zu werden und deren Laufbahnen endlich voll anzuerkennen.
Der Berufsverband der Sozialpädagogen wird es nicht dulden, dass es wieder zu den gleichen Ungerechtigkeiten kommen könnte, wie schon bei den Kollegen vom Staat bei der Reform im März 2015 (s. Transitionsphase), wo diese nicht den erhofften finanziellen Ausgleich erhalten haben. Die 40 Jahre andauernden berechtigten Forderungen können und dürfen nicht auf diese Weise ignoriert werden.

Der „Berufsverband“ APEG fordert

Seit 40 Jahren leiden die sozialpädagogischen Berufe (Sozialpädagoge, Erzieher) darunter, dass sie nicht die finanzielle Anerkennung erlangt haben, die ihnen zusteht. Die Studien werden im Vergleich zu anderen Berufslaufbahnen nicht berücksichtigt.

Bezahlung

Für die Beschäftigten des SAS fordern wir, dass Erzieher und Sozialpädagogen umgehend Ihrer Ausbildung bzw. Studien entsprechend, entlohnt werden. Dies muss unverzüglich umgesetzt werden.

• Die Laufbahn des Sozialpädagogen (aktuell in der Tabelle PE3) wird in die bestehende Tabelle, die identisch mit anderen Bachelor bzw Bac+3 Berufen verläuft, eingestuft. Im SAS wären diese Werte identisch mit denen in der Tabelle PS1. Dies muss ohne Übergangsbestimmungen zu realisieren sein.
Das Dienstalter wird in den neuen Tabellen komplett übernommen.

• Für die Erzieherlaufbahnen (aktuell in der Tabelle PE5) müsste eigentlich eine neue Tabelle eingeführt werden, wobei der Verlauf identisch mit den Karrieren von anderen Abiturienten festgelegt werden sollte. Im SAS wären dabei die Werte vergleichbar mit denen, die in der Tabelle PA3 zu finden sind. Übergangsbestimmungen dürften dabei keinesfalls festgelegt werden. Dem Dienstalter sollte dabei komplett Rechnung getragen, und demzufolge komplett übernommen werden.

Wir weisen darauf hin, dass bei diesen Forderungen für den Kollektivvertrag SAS, die Erzieher und Sozialpädagogen lediglich eine Einstufung erhalten, welche andere Laufbahnen mit gleich langer Ausbildung bzw. Studien bereits seit langem erlangt haben. Die Forderungen sind dabei klar und deutlich: gleichwertige Bezahlung für gleichwertige Ausbildung/Studien.

 

Personalschlüssel in der non-formalen Bildung

Wir fordern in den Strukturen der non-formalen Bildung (z.B. Maison Relais) Personalschlüssel, die eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Entwicklungsförderung der Kinder garantieren.

Unseren Kindern, die in einer heutigen komplexen Gesellschaft aufwachsen, gilt es, Werte und Fähigkeiten zu vermitteln, die sie stark machen für die Herausforderungen, denen sie sich in Zukunft stellen müssen.

Wir fordern deshalb folgende Personalschlüssel:
1 zu 3 für Kinder unter 2 Jahren
1 zu 5 für Kinder bis 4
1 zu 7 für Kinder ab 6

→ Siehe auch Forderungen der deutschen Bertelsmann-Stiftung
Vergleiche - Konvention 2013 Artikel 6

 

Fachpersonal, Weiterbildung, Qualität, Arbeitszeitreduzierung

Die Herausforderungen im Rahmenplan zur non-formalen Bildung können in den Bildungsstrukturen nur durch ausreichendes, gut ausgebildetes Personal gewährleistet werden.

Für die bestmögliche Förderung der Kinder brauchen wir Einrichtungen von höchster Qualität mit hervorragend ausgebildetem pädagogischem Personal, was dieser Mission gerecht werden kann.
Deshalb sollte die Weiterbildung stets zur Arbeitszeit hinzugerechnet werden. (und dies auch in allen anderen Strukturen und Institutionen).

Der Umstand, dass viele Erzieher für 30 oder weniger Stunden eingestellt werden, ist für diese pädagogischen Fachkräfte finanziell und psychisch sehr belastend. Deshalb fühlen sich viele gezwungen, sich eine weitere Arbeitsstelle zu suchen, um über die Runden zu kommen. Die fatalen Folgen von dieser hohen Arbeitsbelastung sind bekannt: Krankheit und Burn-out.

Obwohl genau die gleiche Arbeit geleistet wird, sind je nach Gemeinde die Erzieher/Sozialpädagogen als staatliche Bedienstete, Gemeindepersonal oder Privatangestellte mit unterschiedlichen Rechten und Pflichten, eingestuft. Eine Harmonisierung dieser verschiedenen Einstellungsstatute ist dringend erforderlich. Das Personal in den Bildungsstrukturen, ob formal oder non-formal sollte im öffentlichen Dienst eingestellt sein.

Qualität in Einrichtungen kann nur garantiert werden mit Personal jeglichen Alters mit dementsprechenden Erfahrungswerten.
--> das Einstellen von ausschließlich jungem Personal, um durch die niedrigeren Anfangsgehälter Geld zu sparen, kann und darf keine Alternative sein.

Ab 55 Jahren sollte das Personal wie bereits im FHL-Kollektivvertrag praktiziert, die Möglichkeit erhalten, bei 75% Lohn auf 50% Arbeitszeit zu reduzieren.


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Wir werden alle zukünftigen Entwicklungen genauestens verfolgen und weiterhin unsere Meinung dazu laut vertreten.

APEG asbl

 

A.P.E.G. asbl
B.P. 3071
L-1030 Luxembourg
www.apeg.lu

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Fax: (+352) 20 40 99 03
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